
Ringvorlesung der Erfurter Hochschulen
Nach der erfolgreichen Ringvorlesung zum Thema „Künstliche Intelligenz“, zu der die Stadt Erfurt gemeinsam mit den Erfurter Hochschulen im Sommersemester 2024 erstmals eingeladen hatte, wird die Reihe 2025 fortgesetzt.
An acht Terminen – jeweils dienstags von 18.15 bis 19.45 Uhr im Festsaal des Erfurter Rathauses – beleuchten die Referent*innen von Universität und Fachhochschule Erfurt, Internationaler Berufsakademie (iba), der Internationalen Hochschule sowie der Health and Medical University verschiedene Aspekte von Künstlicher Intelligenz (KI) aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven.
Die Reihe startet am 15. April mit einem Vortrag von Prof. Dr. Thomas Schäfer über die Rolle von KI bei der Vorhersage von besonders schweren Straftaten im Bereich der sexuellen Ausbeutung von Kindern. Am 29. April gibt Prof. Dr. Oksana Arnold einen Überblick über aktuelle Forschungstrends zur KI und zeigt Risiken und Herausforderungen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz auf. Prof. Dr. Achim Kemmerling beantwortet in seinem Vortrag am 6. Mai die Frage, ob uns KI in der Arbeitswelt eines Tages überflüssig machen wird. Und Prof. Dr. Andreas Zimmer gestaltet am 20. Mai einen interaktiven Vortrag zum Thema Künstliche Intelligenz und Tourismus – mit Live-Votings, kleinen Diskussionsrunden und Praxisbeispielen. Am 3. Juni geht es im Vortrag von Prof. Dr. Sven Jöckel um KI im Bildungsbereich. Um KI in der Sozialen Arbeit wird es am 17. Juni im Vortrag von Prof. Dr. Gisa Stich gehen. Sie beleuchtet die Potenziale und Risiken dieser technologischen Entwicklung und geht der Frage nach, wie die Soziale Arbeit ihre fachliche und ethische Verantwortung wahrnehmen kann, um den digitalen Wandel kritisch zu begleiten und mitzugestalten. Mit einem Vortrag von Prof. Dr. Anna Neovesky zu der Frage, wie KI uns helfen kann, Geschichte besser zu erforschen, endet die Vortragsreihe am 1. Juli.
Neu in diesem Semester: Erstmals macht die Ringvorlesung auch ein Angebot speziell für Kinder ab 11 Jahre: In einem zusätzlichen Vortrag am 29. April um 16 Uhr können sie anhand spielerischer Anwendungen grundlegende Konzepte von KI erkunden und bekommen ein Gefühl dafür, wie KI unser Leben beflügeln kann, aber auch, an welchen Stellen wir uns von ihr nicht “verführen” lassen dürfen.
Alle Interessierten sind zur Ringvorlesung herzlich eingeladen. Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei. Wir bitten jedoch um Beachtung, dass die Zahl der Sitzplätze jeweils auf 180 begrenzt ist.
Was: Künstliche Intelligenz – Theorie trifft Praxis
Wer: Alle Erfurter Hochschulen
Wann: Acht Termine im Sommersemester 2025 jeweils von 18.15 bis 19.45 Uhr
Wo: Rathausfestsaal, Erfurt
Programmübersicht
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Prof. Dr. Thomas Schäfer (Health and Medical University Erfurt)
Die Reihe startet am 15. April mit einem Vortrag von Prof. Dr. Thomas Schäfer (Health & Medical University Erfurt) über die Rolle von KI bei der Vorhersage von besonders schweren Straftaten im Bereich der sexuellen Ausbeutung von Kindern. Er stellt darin ein von der EU gefördertes Projekt vor, in dem Künstliche Intelligenz zur Bestimmung des Risikos für solche Straftaten verwendet wurde. Das Ergebnis des Projektes ist ein Programm, das von Strafverfolgungsbehörden weltweit zur Eingrenzung hockriskanter Täter verwendet werden kann.
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Prof. Dr. Oksana Arnold (Fachhochschule Erfurt)
Veranstaltung für Kinder ab 11 Jahre
+++ Achtung: Beginn um 16 Uhr! +++Bereits um 16 Uhr lädt Oksana Arnold an diesem Tag zu einem Vortrag speziell für Kinder ab 11 Jahre ein. Darin können sie anhand spielerischer Anwendungen grundlegende Konzepte von KI erkunden und bekommen ein Gefühl dafür, wie KI unser Leben beflügeln kann, aber auch, an welchen Stellen wir uns von ihr nicht “verführen” lassen dürfen.
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Prof. Dr. Oksana Arnold (Fachhochschule Erfurt)
Am 29. April zeigt Oksana Arnold, Professorin für Theoretische Informatik und Künstliche Intelligenz an der Fachhochschule Erfurt, in ihrem Vortrag die Risiken und Herausforderungen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz auf und gibt einen Überblick über aktuelle Forschungstrends.
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Prof. Dr. Achim Kemmerling (Universität Erfurt)
Am 6. Mai geht es im Vortrag von Prof. Dr. Achim Kemmerling von der Willy Brandt School of Public Policy der Universität Erfurt um die Frage, ob uns KI in der Arbeitswelt eines Tages überflüssig machen wird. Denn neue Technologien erzeugen immer auch Befürchtungen, dass die menschliche Arbeitskraft an Wert verliert. Das jüngste Beispiel hierfür sind Debatten um die Konsequenzen der Künstlichen Intelligenz für den Arbeitsmarkt. Was wissen wir darüber, ob es wirklich Verdrängungseffekte gibt, und was machen derartige Befürchtungen mit uns? Welche Szenarien sind hier am plausibelsten und was folgt daraus für politische Fragen zur Reform von Bildungs- und Sozialsystemen?
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Dr. Andreas Zimmer (IU – Internationale Hochschule)
Am 20. Mai beleuchtet Prof. Dr. Andreas Zimmer von der Internationalen Hochschule in seinem Vortrag sowohl die Chancen als auch die Herausforderungen, die mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Tourismus einhergehen. Von personalisierten Reiseempfehlungen über smarte Chatbots bis hin zu dynamischer Preisgestaltung und automatisierten Hotelservices – KI durchdringt immer mehr Bereiche des Tourismus. Aber ist sie tatsächlich eine revolutionäre Disruption oder wird ihr Potenzial überschätzt? Der Vortrag wird interaktiv gestaltet, mit Live-Votings, kleinen Diskussionsrunden und Praxisbeispielen, um die Teilnehmenden aktiv einzubeziehen.
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Prof. Dr. Sven Jöckel (Universität Erfurt)
Am 3. Juni wird es um Künstliche Intelligenz in Bildungssettings gehen: Angesichts der zunehmenden Durchdringung alltäglicher Handlungen mit datenbasierten intelligenten Technologien, sogenannter Künstlicher Intelligenz, ist die Entwicklung digitaler Kompetenzen eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Denn gerade die Lebenswelt von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist immer mehr von diesen Technologien geprägt. Die Fähigkeit, sich in digitalen Welten souverän und selbstbestimmt zu bewegen, wird so zur Grundlage für eine aktive Teilhabe an der Gesellschaft. Im Kern seines Vortrags zeigt Prof. Dr. Sven Jöckel von der Universität Erfurt, welche Aspekte bei der Beherrschung von KI und Algorithmen überhaupt eine Rolle spielen. Er hinterfragt, wie solche Fähigkeiten in unterschiedlichen Bildungssettings gefördert werden können.
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Prof. Dr. Gisa Stich (iba – Internationale Berufsakademie)
Am 17. Juni spricht Prof. Dr. Gisa Stich von der Internationalen Berufsakademie (iba) über die Rolle der Künstlichen Intelligenz in der Sozialen Arbeit. Denn dort hält sie zunehmend Einzug – von automatisierten Fallmanagementsystemen bis hin zu präventiven Analysen sozialer Problemlagen. Doch was erkennt ein Algorithmus, das dem Menschen verborgen bleibt? Und wo stößt KI an ihre Grenzen? Der Vortrag beleuchtet die Potenziale und Risiken dieser technologischen Entwicklung und geht der Frage nach, wie die Soziale Arbeit ihre fachliche und ethische Verantwortung wahrnehmen kann, um den digitalen Wandel kritisch zu begleiten und mitzugestalten. Ein praxisnaher und zugleich reflektierender Blick auf die Zukunft einer Mensch-Algorithmus-Interaktion.
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Prof. Dr. Anna Neovesky (Universität und Fachhochschule Erfurt)
KI-Verfahren finden Anwendung in nahezu allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen – das gilt auch für die Geschichtswissenschaft. Aber können wir durch den Einsatz von KI tatsächlich neue Erkenntnisse über die Vergangenheit gewinnen? Wie verändert sich dadurch das wissenschaftliche Arbeiten – die Informationssuche, die Bewertung von Quellen, ihre Interpretation sowie die Analyse? Welche ethischen Fragen ergeben sich und welche Grenzen bestehen bei der praktischen Umsetzung? Darum soll es am 1. Juli im Vortrag von Prof. Dr. Anna Neovesky gehen, mit dem sich die Ringvorlesung im Sommersemester verabschiedet. Die Referentin ist Professorin für Digital Humanities und lehrt an der Universität und an der Fachhochschule Erfurt.